SCHÖRFLING. Der Attersee verliert weiter Wasser. Weil die erhofften Niederschläge ausgeblieben sind, wird der Abfluss in die Ager weiterhin künstlich begrenzt. Der Seepegel liegt inzwischen nur noch knapp über dem historischen Tiefststand.
Attersee-Pegel fällt auf rund 90 Zentimeter
Die anhaltende Trockenheit macht sich am Attersee immer deutlicher bemerkbar. Noch am 18. August lag der Pegel bei 97 Zentimetern, mittlerweile sind es nur noch rund 90 Zentimeter. Zum Vergleich: Der definierte Niederwasserpegel liegt bei 126 Zentimetern. Der niedrigste jemals gemessene Pegelstand wurde im Dezember 2018 mit 86 Zentimetern registriert.
Weil die erhofften Niederschläge ausgeblieben sind, verlängert die Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck den manuellen Eingriff in die Steuerung des Attersee-Klauswehrs. Der Abfluss aus dem Attersee in die Ager soll weiterhin konstant bei 4,5 Kubikmetern Wasser pro Sekunde gehalten werden.
Regelung gilt nun auch unter 88 Zentimetern
Bereits seit knapp zwei Wochen wird der Abfluss aufgrund einer einstweiligen Verfügung reguliert. Dadurch konnte laut Land Oberösterreich das Absinken des Attersees zumindest gebremst werden. Die neue Verfügung sieht nun vor, die Abflussmenge von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde auch dann beizubehalten, wenn der Seepegel unter 88 Zentimeter fällt.
„Der Regen, auf den wir gehofft haben, ist leider ausgeblieben. Unsere erste Maßnahme hat gewirkt und das Absinken des Attersees deutlich gebremst. Jetzt müssen wir diesen Weg konsequent weitergehen, damit uns das Wasser nicht zu schnell ausgeht und die Ager nicht in einen ökologisch kritischen Bereich rutscht“, erklärt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
Ziel der Maßnahme ist es, das noch vorhandene Wasser möglichst ausgewogen zwischen Attersee und Ager zu verteilen und negative Folgen für beide Gewässer zu begrenzen.
„Wir können den fehlenden Regen nicht ersetzen. Aber wir können verhindern, dass wir das wenige vorhandene Wasser zu schnell verbrauchen. Genau darum geht es jetzt: vorausschauend handeln und die Schäden für See, Fluss und Tierwelt so klein wie möglich halten“, so Kaineder.




