Wenn Strom und Handy ausfallen: So bereitet sich ein Seewalchner auf den Ernstfall vor

Thomas Leitner
Thomas Leitner - Journalist und Redakteur
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Marcel Zeller ist Katastrophenhilfsdienst-Kommandant der Rotkreuz-Ortsstelle Seewalchen. (Foto: OÖRK/Rene Kalteis)

SEEWALCHEN. Kein Strom, kein Handynetz, keine gewohnte Versorgung: Marcel Zeller vom Roten Kreuz Seewalchen weiß, worauf es im Katastrophenfall ankommt. Die passende Ausrüstung für den Ernstfall gibt es sogar direkt aus der Region bei krisenvorsorge.at in St. Georgen im Attergau.

Ein großflächiger Stromausfall, Hochwasser oder der Ausfall von Mobilfunk und Internet kann den Alltag innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf stellen. Marcel Zeller aus Seewalchen beschäftigt sich beruflich nicht mit Katastrophen – als freiwillige Einsatzkraft des Roten Kreuzes aber sehr wohl.

Der 28-Jährige ist Katastrophenhilfsdienst-Kommandant der Rotkreuz-Ortsstelle Seewalchen und engagiert sich seit 2015 beim OÖ. Roten Kreuz. Zum Tag der Katastrophenvorbeugung am 13. Oktober macht er deutlich, dass Vorsorge nicht erst bei den Einsatzorganisationen beginnt.

Treffpunkt vereinbart, Vorräte für mehrere Tage

Eine entscheidende Frage lautet für Zeller: Was passiert mit der eigenen Familie, wenn er im Ernstfall zum Einsatz gerufen wird und gleichzeitig Telefon oder Mobilfunk nicht mehr funktionieren?

Dafür gibt es in seiner Familie einen vereinbarten Treffpunkt. „Dort haben wir genügend Platz und Vorräte, um zwei bis drei Tage autark zurechtzukommen“, erklärt Zeller. Für ihn ist das eine wesentliche Voraussetzung, um sich im Katastrophenfall auf seine Aufgaben als Einsatzkraft konzentrieren zu können.

Persönliche Einsatzfähigkeit fasst der Seewalchner in vier Fragen zusammen: Kann ich helfen? Kann ich gehen? Darf ich gehen? Und wissen wir, was zu tun ist?

„Bevor ich anderen helfen kann, muss ich sicherstellen, dass ich selbst einsatzfähig bin“, sagt Zeller.

Blackout wurde bereits geübt

Wie ernst ein längerer Strom- und Kommunikationsausfall für Einsatzorganisationen werden kann, wurde bereits bei Übungen durchgespielt. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie Einsatzkräfte alarmiert werden, wenn Mobilfunknetze ausfallen, wie Dienststellen erreichbar bleiben und wie die Zusammenarbeit weiterhin koordiniert werden kann.

Für Zeller ist dabei der persönliche Kontakt zwischen den beteiligten Organisationen besonders wichtig. Er spricht von der „3K-Regel“: „In der Krise Köpfe kennen.“

„Wenn mitten in der Nacht die Alarmierung kommt, darf ich nicht erst überlegen: Wen muss ich anrufen“, erklärt er. Gemeinsame Übungen und Weiterbildungen sollen deshalb dafür sorgen, dass Abläufe und Ansprechpartner bereits vor einer Katastrophe bekannt sind. „Netzwerke entstehen nicht erst dann, wenn die Sirenen heulen.“

Was zu Hause vorhanden sein sollte

Das OÖ. Rote Kreuz empfiehlt, sich nicht nur auf ein bestimmtes Katastrophenszenario vorzubereiten. Denn unabhängig davon, ob Hochwasser, Blackout oder eine andere Krise eintritt, bleiben viele grundlegende Bedürfnisse gleich.

Zu einem persönlichen Vorrat gehören ausreichend Trinkwasser und haltbare Lebensmittel sowie notwendige Medikamente und eine gut ausgestattete Hausapotheke. Auch wichtige Dokumente, Taschenlampen und warme Kleidung sollten griffbereit sein.

Mindestens ebenso wichtig sind Absprachen innerhalb der Familie. Dazu gehört etwa die Frage, wo man sich trifft, wenn Telefon und Internet nicht mehr funktionieren, und wer sich um Kinder oder unterstützungsbedürftige Angehörige kümmert.

OÖ. Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz warnt dabei vor Panikmache: „Vorbereitung bedeutet nicht, mit Sorge auf die nächste Krise zu warten. Sie gibt Sicherheit und schafft Handlungsspielraum.“

Krisenvorsorge direkt aus dem Attergau

Wer sich für den Ernstfall ausstatten möchte, findet bei krisenvorsorge.at aus St. Georgen im Attergau entsprechende Produkte zur Krisenvorsorge – vom Notvorrat bis zur Notfallausrüstung – die auch über den Onlineshop bestellt werden können.