160 Jahre Blasmusik: Wie Steinbach am Attersee Geschichte hörbar macht

Thomas Leitner
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Trachtenmusikkapelle Steinbach am Attersee (Foto: Stockinger)

STEINBACH. Seit mittlerweile 160 Jahren prägt die Blasmusik das kulturelle Leben in Steinbach am Attersee. Was 1866 als kleine Dorfmusik begann, entwickelte sich über Generationen hinweg zu einer tragenden Säule des gesellschaftlichen Lebens – als klingende Dorfgeschichte, sozialer Treffpunkt und musikalisches Rückgrat der Gemeinde. Dieses Jubiläum rückt ein traditionsreiches Kapitel in den Mittelpunkt, das bis heute spürbar ist.

Die Anfänge einer Dorfmusik

Der Ursprung der Blasmusik in Steinbach reicht bis ins Jahr 1866 zurück. Damals war es der Volksschullehrer Karl Stadlmayer, der gemeinsam mit Schülern und jungen Steinbachern eine erste kleine Kapelle gründete. Stadlmayer, selbst Organist und musikalischer Visionär, legte damit den Grundstein für eine Entwicklung, die das Dorf über Generationen hinweg prägen sollte.

Einer seiner Schüler, Johann Wolfsgruber, spielte bereits als Achtjähriger Horn – ein Detail, das das Gründungsjahr eindeutig belegt.

Von Zivilkleidung zur Uniform

In den ersten Jahrzehnten traten die Steinbacher Musikanten noch in ziviler Kleidung auf. Erst 1906 erhielt die Ortsmusikkapelle ein einheitliches Erscheinungsbild, als sie sich dem neu gegründeten Veteranenverein anschloss. In schwarzer Uniform und mit militärischer Disziplin wurde die Musik zu einem fixen Bestandteil kirchlicher und gesellschaftlicher Anlässe. Der Georgitag entwickelte sich zum wichtigsten Ausrückungstermin, parallel dazu begann ein geregelter Konzertbetrieb.

Tracht, Marsch und Neubeginn

Mit der Gründung des Trachtenvereins D’Schobastoana kam es 1931 zu einem markanten Wendepunkt. Die Uniformen wurden abgelegt, bodenständige Tracht hielt Einzug – und aus der Veteranenmusik wurde eine der ersten Trachtenmusikkapellen der Region. Unter Kapellmeister Josef Stadler erhielt die Kapelle sogar einen eigenen Marsch: Der „Schoberstonana-Marsch“ wurde 1934 eigens komponiert und der Dorfmusik gewidmet.

Stillstand, Rückkehr und Aufschwung

Der Zweite Weltkrieg brachte die musikalische Arbeit vorübergehend zum Erliegen. Der Neubeginn nach 1945 gestaltete sich schwierig, politische Hürden bremsten die Entwicklung. Mit Unterstützung von Gemeinde und Verein fand die Blasmusik jedoch wieder ihren Platz im Dorfleben. In den 1950er-Jahren erarbeitete sich die Kapelle hohes Ansehen rund um den Attersee, Konzertreisen und Wertungsspiele folgten. Auch ein Filmprojekt sowie eine neue Instrumentierung stärkten den musikalischen Anspruch

Generationen und Gegenwart

Seit den 1970er-Jahren ging es für die Kapelle stetig bergauf. Konzertreisen führten bis nach Deutschland und Zypern, wo fern der Heimat erstmals die Bundeshymne erklang. Die Frühlingskonzerte wurden zum Fixpunkt im Jahreskalender. Heute zählen die Trachtenmusikkapelle D’Schobastoana zu den etabliertesten Musikkapellen der Region. Seit 2004 gibt Militärmusiker Alexander Stückler den Takt vor und verbindet Tradition mit frischem Schwung. Vereinsobmann ist Engelbert Hausleithner.