Zwei junge Schörflinger entwickeln KI gegen Wissensverlust

Thomas Leitner
Thomas Leitner - Journalist und Redakteur
3 Min Read
Die AxonCore-Gründer Elias Stadler und Stefan Maier (Foto: AxonCore)

SCHÖRFLING AM ATTERSEE. Zwei junge Gründer aus Schörfling wollen mit künstlicher Intelligenz ein Problem lösen, das viele Industriebetriebe beschäftigt: Wenn erfahrene Mitarbeiter in Pension gehen, verschwindet oft Wissen, das über Jahrzehnte aufgebaut wurde. Elias Stadler und Stefan Maier setzen mit ihrer Software AxonCore genau hier an.

Der Fachkräftemangel stellt viele Industriebetriebe vor Herausforderungen. Besonders kritisch wird es, wenn langjährige Techniker und Instandhalter das Unternehmen verlassen und ihr praktisches Erfahrungswissen nicht ausreichend dokumentiert wurde.

Elias Stadler, CEO, und Stefan Maier, Co-Founder von AxonCore, haben dafür eine KI-basierte Software entwickelt. Sie soll Wissen direkt im Arbeitsalltag erfassen und für andere Mitarbeiter verfügbar machen.

Störungen einfach ins Smartphone sprechen

In vielen Produktionsbetrieben werden Störungen und deren Behebung nach einer Schicht dokumentiert. Im hektischen Arbeitsalltag bleibt dafür jedoch nicht immer ausreichend Zeit. Tritt derselbe Fehler später erneut auf, beginnt die Suche nach der Ursache mitunter von vorne.

„Schon mit 14 Jahren habe ich angefangen, eigene Softwarelösungen zu entwickeln. Uns ging es von Anfang an darum, Software nicht als Selbstzweck zu bauen, sondern echte Probleme im Alltag zu lösen“, sagt Elias Stadler.

Die von AxonCore entwickelte Anwendung „Worker OS“ soll die Dokumentation vereinfachen. Instandhalter können Störungen und durchgeführte Lösungen per Smartphone oder Tablet einsprechen – auch in ihrer jeweiligen Muttersprache. Die künstliche Intelligenz strukturiert die Angaben und ordnet sie Maschinen, Bauteilen und Fehlerursachen zu.

Kommt es später zu einem ähnlichen Problem, kann das bereits dokumentierte Wissen wieder abgerufen werden. Nach Angaben des Unternehmens funktioniert dies auch standortübergreifend.

Wissen soll im Unternehmen bleiben

Für Betriebsleitungen gibt es zusätzlich ein Management-System, das unter anderem häufig auftretende Fehlerursachen und die vorhandene Wissensabdeckung sichtbar machen soll. Unterstützt werden Stadler und Maier von einem europaweit verteilten Entwicklerteam.

Nun wollen die beiden Schörflinger ihre Technologie verstärkt gemeinsam mit Industriebetrieben aus Oberösterreich in der Praxis einsetzen und weiterentwickeln.

„Unser Ziel ist es, den Hallenboden spürbar zu entlasten, Tippaufwand zu eliminieren und den Betrieben in unserer Heimatregion dabei zu helfen, ihr wertvollstes Gut zu sichern: das Wissen ihrer Mitarbeiter“, sagt Stefan Maier.