WEYREGG. Verbaute Ufer, wertvolle Natur und der Wunsch nach freiem Seezugang: In Weyregg sucht die erste Österreichische Seenkonferenz nach Lösungen für die Zukunft.
Wie viel Platz bleibt der Natur am Seeufer – und wie kommen die Menschen ans Wasser? Diese Fragen beschäftigen die erste Österreichische Seenkonferenz in Weyregg am Attersee. Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder eröffnete das zweitägige Treffen, das den Schutz der Seen und ihre Nutzung gemeinsam in den Blick nimmt.
Nur gut ein Fünftel des Atterseeufers unverbaut
Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt eine Kartierung aus dem Jahr 2024 im Auftrag des Landes: Rund 79 Prozent der etwa 42 Kilometer langen Uferlinie des Attersees sind verbaut. Nur gut ein Fünftel ist noch unverbaut.
Dabei treffen am Wasser viele Interessen aufeinander: Die Ufer sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen, begehrte Erholungsorte und wichtig für den Tourismus. Gleichzeitig spielen Eigentumsfragen und die Entwicklung der Seeorte eine Rolle. Das betrifft neben dem Attersee auch Mondsee und Irrsee.
Natur schützen und den See zugänglich machen
„Unsere Seen sind nicht nur schöne Kulisse. Sie sind Lebensraum, Erholungsraum und ein Stück oberösterreichische Identität. Deshalb müssen wir beides schaffen: die Natur schützen und den Menschen den See erlebbar machen“, betont Kaineder.
Die Konferenz bringt Fachleute aus Planung, Wasserwirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Praxis zusammen. Sie diskutieren den ökologischen Zustand der Ufer, öffentliche Zugänge und Möglichkeiten, Schutz und Nutzung besser zu verbinden. Neben Vorträgen und Praxisberichten ist eine Schiffsexkursion zu Uferprojekten am Attersee geplant.

