SEEWALCHEN. In Seewalchen werden die rekonstruierten prähistorischen Einbäume im Juli fertiggestellt. Das einzigartige Kulturprojekt macht die Geschichte des Attersees wieder erlebbar.
Mit den letzten Feinarbeiten geht in Seewalchen am Attersee ein außergewöhnliches kulturhistorisches Projekt seinem Abschluss entgegen. Noch bis 17. Juli arbeiten Experten gemeinsam mit engagierten Helfern daran, die rekonstruierten prähistorischen Einbäume fertigzustellen. Künftig sollen sie bei Ausstellungen, Bildungsprogrammen und Veranstaltungen die Geschichte der Pfahlbauten am Attersee anschaulich vermitteln.
Letzte Arbeiten an den historischen Wasserfahrzeugen
Nach ihrer Wasserlagerung während des vergangenen Winters wurden die halbfertigen Einbäume, im Fachjargon auch „Prügel“ genannt, wieder ins Freie gebracht. Nun übernimmt der Experimentalarchäologe Wolfgang Lobisser gemeinsam mit vier Mitarbeitern des Naturhistorischen Museums Wien sowie freiwilligen Helfern aus Seewalchen die abschließenden Arbeiten. Die Rekonstruktion erfolgt nach historischen Vorbildern und mit traditionellen Techniken, wodurch ein möglichst authentisches Bild der damaligen Bootsbautechnik entsteht.
Wissenschaft und Ehrenamt arbeiten Hand in Hand
Eine entscheidende Rolle spielt dabei die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und regionalem Engagement. Neben der fachlichen Begleitung durch Wolfgang Lobisser unterstützen Mitarbeiter des Naturhistorischen Museums Wien das Projekt bei Forschung, Dokumentation und praktischer Umsetzung. Gleichzeitig bringen zahlreiche Ehrenamtliche des Pfahlbauvereins und Landwirte aus Seewalchen ihr handwerkliches Können ein. Die Arbeiten werden von Sepp Seiringer, Peter Wechselauer und Hans Hemetsberger koordiniert.
Die fertigen Einbäume sind weit mehr als historische Nachbauten. Sie sollen künftig die jahrtausendealte Geschichte des Attersees lebendig vermitteln und Besuchern einen authentischen Einblick in die Lebenswelt der Pfahlbauer ermöglichen.


