Steinkrebs im Naturpark: Schüler entdecken gefährlichen Eindringling

Thomas Leitner
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SCHÖRFLING. Schüler der Naturparkmittelschule Schörfling erforschten mit einem Flusskrebsexperten die Gewässer im Naturpark Attersee-Traunsee und lernten aktiven Artenschutz kennen.

Der heimische Steinkrebs bekommt im Naturpark Attersee-Traunsee wichtige Hilfe. Bei zwei Exkursionen rückte der Schutz der stark gefährdeten Flusskrebsart in den Mittelpunkt. Zuerst machten sich Schüler der Naturparkmittelschule Schörfling gemeinsam mit einem Flusskrebsexperten auf Spurensuche, danach folgte eine zweite Exkursion mit interessierten Erwachsenen. Besonders spannend wurde es bei der Ager-Insel: Dort entdeckten die Schüler im Totholz eines Baches einen nordamerikanischen Signalkrebs. Genau diese invasive Art gilt als große Gefahr für heimische Bestände.

Signalkrebs bedroht heimische Arten

Der Signalkrebs stammt ursprünglich aus Nordamerika und hat sich in vielen größeren Gewässern bereits stark ausgebreitet. Das Problem: Die Art kann den Erreger der Krebspest übertragen, ist selbst aber weitgehend dagegen resistent. Für heimische Flusskrebse wie Steinkrebs oder Edelkrebs endet eine Infektion dagegen fast immer tödlich.

Da große Gewässer wie die Ager bereits vom Signalkrebs besiedelt sind, geraten vor allem saubere Oberläufe unter Druck. Genau dort finden die letzten Steinkrebse noch geeignete Rückzugsorte. Der Schutz dieser sensiblen Lebensräume ist deshalb entscheidend.

Neue Flusskrebssperre am Steinbach

Nach einer kurzen Wanderung erreichten die Gruppen die neue Flusskrebssperre am Steinbach bei Niederham. Dabei handelt es sich um eine spezielle Metallverblendung an einem bereits bestehenden Absturzbauwerk. Die glatte Oberfläche verhindert, dass Signalkrebse weiter bachaufwärts wandern können.

So soll verhindert werden, dass die invasive Art in bisher sichere Bereiche vordringt und dort die Krebspest einschleppt. Das Projekt zeigt, wie technischer Artenschutz direkt vor der Haustür funktionieren kann.

Gewässerhygiene wird zum Schlüssel

Eine Sperre allein reicht aber nicht aus. Auch Menschen können den gefährlichen Pilzerreger unbewusst verschleppen, etwa über feuchte Gummistiefel, Angelgeräte, Tauchausrüstung oder Wassersportmaterial. Deshalb gilt: Ausrüstung nach jedem Gewässerwechsel gründlich reinigen und vollständig trocknen lassen. Erst nach mindestens 24 Stunden Trockenzeit sterben die Sporen ab.

Ebenso wichtig ist, keine fremden Wasserpflanzen, Aquarientiere oder Gartenteichbewohner in heimische Gewässer auszusetzen. Im Naturpark Attersee-Traunsee tragen schon einfache Regeln dazu bei, die letzten Rückzugsorte des Steinkrebses zu schützen.

Die Veranstaltungen wurden vom Land Oberösterreich und der Europäischen Union gefördert.