Trockenheit setzt auch Bauern rund um den Attersee zu

Thomas Leitner
Thomas Leitner - Journalist und Redakteur
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Kuh auf der Weise (Foto: Atterseelife/KI generiert)

ATTERSEE/VÖCKLABRUCK. Zu wenig Regen, geringere Erntemengen und schwierige Entscheidungen auf den Höfen: Die Trockenheit 2026 trifft auch die Landwirtschaft rund um den Attersee. Im Bezirk Vöcklabruck werden mehr als 60.000 Rinder gehalten.

Die trockenen Monate haben nicht nur am niedrigen Wasserstand des Attersees ihre Spuren hinterlassen. Auch auf Wiesen und Feldern in der Region macht sich der fehlende Niederschlag bemerkbar. Nach Angaben der Bezirksbauernkammer Vöcklabruck sind praktisch alle Kulturen von der Trockenheit betroffen.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern spüren die Folgen der Trockenheit unmittelbar“, erklärt BBK-Obmann Alfred Lang. Unter Berufung auf die Österreichische Hagelversicherung spricht er von einem Niederschlagsdefizit in der Hauptvegetationsperiode von bis zu mehr als 90 Prozent.

Geringere Ernten stellen Bauern vor Entscheidungen

Besonders für tierhaltende Betriebe haben die geringeren Erntemengen Folgen. Laut Bezirksbauernkammer stehen Betriebsleiter vor der Frage, ob zusätzliches Futter zugekauft oder der Tierbestand reduziert werden muss.

Das betrifft den Bezirk Vöcklabruck besonders stark. Von insgesamt 1.934 landwirtschaftlichen Betrieben halten 1.184 Rinder. Rund 60.166 Tiere stehen auf den Höfen, darunter 17.729 Milchkühe und 6.923 Mutterkühe. Damit befinden sich mehr als elf Prozent aller oberösterreichischen Rinder im Bezirk.

Auch bei der Milch spielt die Region eine gewichtige Rolle: 164.325 Tonnen und damit 13,7 Prozent der oberösterreichischen Milchanlieferung stammen aus dem Bezirk Vöcklabruck. Das entspricht laut Landwirtschaftskammer rund fünf Prozent der gesamten österreichischen Produktion.

Wasser wird zur Zukunftsfrage

Viele Betriebe versuchen bereits, sich auf längere Trockenperioden einzustellen. Knapp 60 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Bezirk sind Dauergrünland. Humusreiche Böden, Begrünungen und angepasste Bodenbearbeitung sollen dazu beitragen, Wasser möglichst lange im Boden zu halten. Mehr als 84 Prozent der Betriebe im Bezirk nehmen am Österreichischen Umweltprogramm ÖPUL teil.

Für Alfred Lang geht die Diskussion inzwischen über die Landwirtschaft hinaus. Sollten die Niederschlagsdefizite anhalten, müsse man das Thema Wasser grundsätzlich neu denken.

Wie trocken der Sommer 2026 in der Region war, zeigte sich auch am Attersee deutlich: Der ungewöhnlich niedrige Wasserstand sorgte über Wochen für Diskussionen und machte die Folgen der ausbleibenden Niederschläge sichtbar.