Attersee verliert immer mehr Wasser: Jetzt wird der Abfluss gedrosselt

Thomas Leitner
2 Min Read

SCHÖRFLING. Vier Zentimeter weniger in nur einer Woche: Die Trockenheit lässt den Attersee weiter sinken. Jetzt zieht die Behörde am Klauswehr die Notbremse.

Die Trockenheit hinterlässt am Attersee immer deutlichere Spuren. Der Pegel ist binnen einer Woche von 100 auf nur noch 96 Zentimeter gefallen. Weil derzeit wesentlich mehr Wasser aus dem See abfließt als nachkommt, reagiert die Wasserrechtsbehörde: Am Klauswehr wird der Abfluss in die Ager ab sofort deutlich reduziert.

Nur 2,4 Kubikmeter fließen nach

Über die Seeache aus dem Mondsee gelangen aktuell lediglich rund 2,4 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Attersee. Gleichzeitig wurden zuletzt knapp 6,9 Kubikmeter pro Sekunde in die Ager abgegeben. Ohne ergiebigen Regen geht diese Rechnung für den See nicht auf.

Deshalb dürfen vorerst nur noch 4,5 Kubikmeter pro Sekunde über das Klauswehr abfließen. Dadurch soll sich das derzeitige Absinken des Attersees ungefähr halbieren.

„Wir müssen jetzt handeln und dürfen nicht warten, bis die Ager nur noch ein Rinnsal ist“, sagt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder. Das vorhandene Wasser müsse so verteilt werden, dass sowohl der Attersee als auch die Ager möglichst gut durch die trockenen Wochen kommen.

Behörde will kritische Lage verhindern

Besonders heikel wäre ein weiteres starkes Absinken: Die bisherige Wehrbetriebsordnung sieht bei einem Attersee-Pegel von 80 Zentimetern nur noch 1,7 Kubikmeter Abfluss pro Sekunde vor. Für die Ager wäre eine derart geringe Wassermenge aus ökologischer Sicht äußerst kritisch.

Die neue Regelung gilt vorerst bis zu einem Pegel von 88 Zentimetern. Steigt der Attersee durch Niederschläge wieder auf 96 Zentimeter, kehrt man ebenfalls zum normalen Wehrbetrieb zurück. Die Entwicklung wird vom Gewässerbezirk Gmunden laufend beobachtet.