SCHÖRFLING AM ATTERSEE. Für einige Stunden rückte in Schörfling nicht das Licht, sondern die Dunkelheit in den Mittelpunkt. Die „Lange Nacht der Naturparke“ machte Lichtverschmutzung sichtbar.
Wenn es dunkel wird, beginnt für viele Tiere erst der eigentliche Tag. Doch künstliches Licht lässt echte Dunkelheit auch rund um Siedlungsräume immer seltener werden. Bei der „Langen Nacht der Naturparke“ am Schörflinger Marktplatz stand deshalb bewusst die Nacht im Mittelpunkt.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der internationalen Earth Night statt. Schörfling hat dabei einen besonderen regionalen Bezug zum Thema: Der Naturpark Attersee-Traunsee ist Teil des ersten zertifizierten Sternenparks Österreichs.
Fledermäuse hören und Sterne beobachten
Ab 18 Uhr konnten sich die Besucher an mehreren Stationen mit der nächtlichen Natur beschäftigen. Natur- und Märchenerzählerin Sabina Haslinger widmete sich in ihren Geschichten den Tieren der Nacht und dem Weltall.
Bei geführten Touren ging es unter anderem in die nächtliche Streuobstwiese und zu den Wasserlebensräumen an der Ager. Besonders unmittelbar ließ sich die Tierwelt bei einer Fledermausexkursion mit Julia Kropfberger vom Naturschutzbund Oberösterreich erleben. Mithilfe von Fledermausdetektoren wurden die für Menschen normalerweise nicht hörbaren Rufe der Tiere wahrnehmbar.
Auch der Blick nach oben spielte eine zentrale Rolle. Sonja Hufnagl brachte ein mobiles Planetarium nach Schörfling, während der Astronomische Arbeitskreis Salzkammergut von der Sternwarte Gahberg Einblicke in den Nachthimmel ermöglichte. Für Kinder gab es unter anderem Bastelangebote und Kinderschminken.

Um 22 Uhr wurde es bewusst dunkler
Der entscheidende Moment folgte um 22 Uhr: Zum offiziellen Beginn der Earth Night wurde die Beleuchtung bewusst abgeschaltet beziehungsweise reduziert. Damit sollte unmittelbar sichtbar werden, wie stark künstliches Licht die Nacht prägt – und welchen Unterschied weniger Beleuchtung machen kann.
Lichtverschmutzung betrifft nicht nur den Blick auf den Sternenhimmel. Künstliches Licht kann natürliche Rhythmen nachtaktiver Tiere und Insekten beeinflussen und wirkt sich auch auf Pflanzen aus. Veranstaltungen wie jene in Schörfling sollen deshalb zeigen, dass Dunkelheit selbst ein schützenswerter Teil der Natur ist.





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