SCHÖRFLING/SEEWALCHEN. Tiefenwasser aus dem Attersee soll künftig helfen, die Ager an besonders heißen Sommertagen zu kühlen.
Rund fünf Grad kalt und aus etwa 50 Metern Tiefe: Wasser aus dem Attersee soll künftig dabei helfen, die Ager an besonders heißen Sommertagen vor kritischen Temperaturen zu schützen. Das bereits bewilligte Projekt nimmt nun konkrete Formen an. Noch vor dem geplanten Baustart werden nun in Seewalchen die Details vorgestellt.
Hintergrund sind die steigenden Wassertemperaturen in der Ager. Gerade in längeren Hitzeperioden erwärmt sich der Fluss stark. Das kann empfindliche Fischarten belasten und Auswirkungen auf die Gewässerökologie haben.
Kaltes Wasser aus der Tiefe des Attersees
Das Konzept klingt ungewöhnlich: Steigt die Wassertemperatur im Auslaufbereich des Attersees auf mindestens 24 Grad, soll deutlich kälteres Wasser aus den Tiefenschichten des Sees angesaugt werden. In rund 50 Metern Tiefe beträgt die Temperatur nur etwa fünf Grad.
Dieses Tiefenwasser soll noch vor der Klauswehr in die Ager eingemischt werden. Dadurch soll die Temperatur des Flusses nach dem Wehr bei rund 24 Grad gehalten werden. Unterhalb der Einleitung des Wasserreinhaltungsverbandes Lenzing und der Lenzing AG soll die Ager damit auch an besonders heißen Tagen unter 26 Grad bleiben.
Zum Projekt gehören unter anderem ein Ansaugbauwerk im Attersee, eine Leitung, eine Pumpanlage sowie ein Auslaufbauwerk. Die erforderlichen Bewilligungen liegen bereits vor. Die Arbeiten dürfen aus Rücksicht auf Natur und Gewässer nur zwischen Oktober und März durchgeführt werden.
Projekt wird in Seewalchen vorgestellt
Am Freitag, 11. September, informieren die Lenzing AG und der Wasserreinhaltungsverband Lenzing von 15 bis 18 Uhr im Raiffeisensaal der Raiffeisenbank Attersee Nord in Seewalchen über das Vorhaben. An mehreren Informationsständen können sich Besucher mit Experten austauschen und Details zum Projekt erfahren.
Das Thema bekommt gerade heuer zusätzliche Brisanz: Nach der langen Trockenperiode ist der Wasserstand des Attersees auf ein Rekordtief gefallen. Gleichzeitig muss genügend Wasser über die Ager abgegeben werden, um auch dort ökologische Probleme zu verhindern.




