ATTERSEE/MONDSEE. Zwei Wochen lang untersuchten Forschungstaucher die prähistorischen Pfahlbauten in Attersee und Mondsee. Dabei wurden auch Probleme entdeckt.
Was sich tief unter der Wasseroberfläche von Attersee und Mondsee abspielt, bleibt den meisten Menschen verborgen. Für Archäologen und Forschungstaucher ist genau dieser Bereich jedoch von unschätzbarem Wert. Ende Mai stand deshalb erneut das jährliche Monitoring der vier UNESCO-Welterbestätten auf dem Programm.
Blick auf ein einzigartiges Kulturerbe
Unter der Leitung von Forschungstaucher Henrik Pohl untersuchte das Team des Kuratoriums Pfahlbauten gemeinsam mit Experten der Firma Archeotask die prähistorischen Pfahlbausiedlungen. Die Fundstellen gehören seit 2011 zum UNESCO-Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ und zählen zu den bedeutendsten archäologischen Zeugnissen Mitteleuropas.
Während der zweiwöchigen Kampagne wurden Sedimentschichten kontrolliert, Schutzbojen überprüft sowie Seegrund und Uferbereiche fotografisch und per Video dokumentiert. Ziel ist es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und mögliche Gefahren für die jahrtausendealten Siedlungsreste rechtzeitig abzuwenden.
An der Welterbestätte Litzlberg-Süd fiel die Bilanz positiv aus. Die Experten konnten keine wesentlichen Veränderungen feststellen. Auch die dort installierten denkmalgerechten Festmacherbojen funktionieren weiterhin einwandfrei.
Sorgen um Bojen und invasive Muscheln
Anders präsentiert sich die Situation in den Bereichen Abtsdorf I und III. Dort entdeckten die Taucher bei mehreren Festmacheranlagen technische Probleme. Teilweise schleifen Ketten über den Seegrund und verursachen Schäden am sensiblen Unterwasserbereich. Die notwendigen Reparaturen wurden bereits eingeleitet.
Auch am Mondsee beobachteten die Experten Veränderungen. Zwar wirkt sich die zunehmende Sedimentation grundsätzlich positiv auf den Schutz der archäologischen Schichten aus, gleichzeitig breiten sich jedoch invasive Quagga-Muscheln und dichte Unterwasserpflanzenbestände immer stärker aus. Die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Fundstellen werden nun genauer untersucht.
Die gewonnenen Daten bilden eine wichtige Grundlage für den langfristigen Schutz der prähistorischen Pfahlbausiedlungen und helfen dabei, dieses einzigartige UNESCO-Welterbe für kommende Generationen zu erhalten.



