Lehár Festival 2026: Liebe, Lügen und ein Blick in das Schlafzimmer der Götter

Thomas Leitner
3 Min Read

BAD ISCHL. Glanzvolles Jubiläum im Salzkammergut: Das Lehár Festival feiert 65 Jahre voller Emotionen, großer Melodien und einer Prise göttlichem Liebes-Chaos.

Wenn sich der Vorhang hebt und die ersten Geigenklänge durch das sommerliche Bad Ischl schweben, beginnt eine Zeitreise voller Leidenschaft und Humor. Das Lehár Festival feiert sein 65. Jubiläum und verwandelt das Salzkammergut 2026 in ein funkelndes Zentrum der Lebensfreude.

Dieser Sommer steht ganz im Zeichen der großen Meisterwerke und überraschenden Wiederentdeckungen. Wer glaubt, die Operette sei ein verstaubtes Genre, wird hier eines Besseren belehrt. Es geht um alles: um verbotene Küsse, falsche Identitäten und den Mut, dem Herzen zu folgen.

Amouröse Abenteuer und Wiener Charme

Den fulminanten Auftakt macht ein echtes Genie-Streich: Franz von Suppès „BOCCACCIO“. Ab dem 11. Juli taucht das Publikum ein in das Florenz der Renaissance. Hier wirbelt der Dichter Boccaccio mit Witz und Charme die noble Gesellschaft auf. Es ist ein turbulentes Verwirrspiel voller musikalischer Raffinesse, das beweist, dass geistreiches Libretto und feinsinniger Humor zeitlos sind.

Doch was wäre ein Festivalsommer ohne den Inbegriff der Sehnsucht? Mit Emmerich Kálmáns „GRÄFIN MARIZA“ (Premiere: 18. Juli) kehrt purer Glanz auf die Bühne zurück. Wenn die ersten Noten von „Grüß mir mein Wien“ erklingen, bleibt kein Auge trocken. Die Geschichte um die stolze Mariza und den vermeintlichen Gutsverwalter Tassilo ist ein emotionales Feuerwerk. Zwischen Zsupáns Werbung um Lisa und dem überraschenden Eingreifen der Fürstin Božena entfaltet sich ein berührendes Verwirrspiel, das die Zuschauer mitten ins Herz trifft.

Wenn Götter menschlich schwach werden

Ein besonderes Juwel wartet am 14. August auf alle Entdecker. Mit Franz Lehárs „DER GÖTTERGATTE“ präsentiert das Festival eine kostbare Rarität. In dieser halbszenischen Aufführung zeigt Lehár seine humorvolle Seite und entführt die Gäste direkt in den Himmel. Dort wird mit einem Augenzwinkern klar: Selbst die Götter haben nur allzu menschliche Schwächen.

Neben den großen Premieren bietet das Jubiläumsjahr ein Rahmenprogramm, das keine Wünsche offenlässt. Von Matineen über die Diven der Operette bis hin zu einem neuen Schlagerprogramm mit Susanne Marik ist für Glamour gesorgt. Ein festliches Galakonzert und eine Kinderaufführung von „Boccaccio“ runden das Programm ab. Dieses Jubiläum ist nicht nur ein Rückblick, sondern ein lebendiger Beweis dafür, wie aktuell die Welt der Operette heute noch ist.

Zum Lehár Festival Bad Ischl

 

Share This Article