SALZKAMMERGUT. Drei Moorgebiete in Gosau und bei Bad Ischl wurden umfassend revitalisiert. Die Maßnahmen sollen Wasser zurückhalten und bedrohte Lebensräume langfristig sichern.
Wertvolle Moorlandschaften im Inneren Salzkammergut stehen künftig wieder besser unter Wasser. Auf Flächen der Österreichischen Bundesforste wurden mit dem „Großen Langmoos“, dem „Torfmoos“ in Gosau und der „Moosklausalm“ bei Bad Ischl gleich drei bedeutende Moorgebiete umfassend revitalisiert. Ziel der Maßnahmen ist es, den natürlichen Wasserhaushalt wiederherzustellen und die ökologisch besonders wichtigen Lebensräume zu erhalten.
Wasser soll wieder im Moor bleiben
Damit Moore ihre Funktion als Wasserspeicher erfüllen können, wurden umfangreiche Arbeiten durchgeführt. Insgesamt entstanden 420 Laufmeter Spundwände, die den Wasserabfluss bremsen. Im „Großen Langmoos“ wurde zusätzlich ein Entwässerungsgraben mit rund 25 Tonnen Holz-Pellets aufgefüllt.
Die Maßnahmen sind Teil eines Forschungsprojekts der Universität Wien, das sich mit dem Zustand österreichischer Moore beschäftigt. Die Österreichischen Bundesforste begleiten die Entwicklung der Flächen künftig mit einem langfristigen Monitoring. Dabei werden die Wasserstände regelmäßig kontrolliert, um die Wirksamkeit der Eingriffe zu überprüfen.
Moore haben sich stark verändert
Die wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass viele Moore in Österreich unter Druck geraten sind. Für das Projekt wurden rund 200 Moorstandorte analysiert und mit Daten aus den späten 1980er-Jahren verglichen. Das Ergebnis ist eindeutig: Viele Flächen sind trockener geworden und weisen veränderte Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere auf.
Besonders betroffen sind Arten, die auf dauerhaft nasse Standorte angewiesen sind. Durch die Wiedervernässung soll dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. Moore gelten nicht nur als Hotspots der Artenvielfalt, sondern spielen auch eine wichtige Rolle beim Wasserrückhalt und Klimaschutz.
Bundesforste investieren seit Jahren in den Moorschutz
Die Österreichischen Bundesforste betreuen mehr als 2.000 Hektar Moorflächen und setzen seit Jahrzehnten auf deren Erhaltung. Bereits mehr als 50 Projekte wurden umgesetzt. Die Zusammenarbeit mit der Universität Wien besteht seit rund 25 Jahren und verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Naturschutzmaßnahmen im Gelände.
Im Zuge der Präsentation in Bad Goisern wurden auch neue Informationstafeln bei den Mooren vorgestellt. Zusätzlich macht der Podcast „Moorvielfalt“ die Bedeutung dieser besonderen Lebensräume einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.


