HALLSTATT. In Hallstatt hat eine besondere Ausbildung Zukunft: Die HTBLA verbindet in ihrer neuen, eigenständigen Bootsbau-Fachschule jahrhundertealtes Handwerk mit moderner Technik. Das Angebot ist laut Schule im gesamten deutschsprachigen Raum einzigartig.
Wo einst Holzboote das wertvolle Salz über den Hallstätter See transportierten, werden heute die Bootsbauer von morgen ausgebildet. Die HTBLA Hallstatt führt mit ihrer eigenständigen Fachschule für Bootsbau eine jahrhundertealte Handwerkstradition fort und verbindet sie mit modernen Fertigungstechnologien. Nach Angaben der Schule ist diese Ausbildung in Österreich und im gesamten deutschsprachigen Raum einzigartig.
Von einer Zillenfahrt zur eigenen Fachschule
Die Geschichte des besonderen Ausbildungszweiges begann bereits 2012. Nach einer Zillenfahrt ans Schwarze Meer entwickelte Fachoberlehrer Dieter Gamsjäger die Idee, den Bootsbau dauerhaft an der HTBLA Hallstatt zu verankern. Zunächst wurde die Fachrichtung als schulautonomer Schwerpunkt innerhalb der Tischlerei angeboten.
In den folgenden Jahren sammelten die Schüler praktische Erfahrungen beim Bau und bei der Restaurierung unterschiedlichster Wasserfahrzeuge. Vom Kanu über Segelboote bis hin zu Motorbooten entstanden zahlreiche Projekte.
Besonders eindrucksvoll war ein Auftrag für die Landesausstellung 2015 in Stadl-Paura. Damals bauten die Schüler einen historischen Trauner mit einer Länge von 25 Metern und einer Breite von 4,2 Metern. Das traditionelle Transportschiff stellte hohe Anforderungen an Planung, Materialverarbeitung und handwerkliche Präzision.
2021 verabschiedete sich Gamsjäger in den Ruhestand. Sein Ausbildungskonzept wurde jedoch weiterentwickelt und mündete schließlich in der eigenständigen Fachschule für Bootsbau.
Traditionelles Handwerk und moderne Technologien
Heute liegt die Ausbildung in den Händen von Werkstättenleiter Matthias Meiss und Bootsbaumeisterin Sarah Kollingbaum. Meiss kennt die HTBLA Hallstatt auch aus seiner eigenen Schulzeit, denn er absolvierte hier selbst seine Ausbildung.
Im Mittelpunkt stehen die traditionelle Holzverarbeitung, der fachgerechte Bau von Booten und moderne Fertigungsmethoden. Die Schüler begleiten ihre Projekte von der ersten Planung über die Materialauswahl bis zum fertigen Wasserfahrzeug.
Dabei sind neben handwerklichem Geschick auch technisches Verständnis, Kreativität und Genauigkeit gefragt. Die Ausbildung soll den Nachwuchs sowohl auf klassische Aufgaben im Bootsbau als auch auf neue technische Anforderungen vorbereiten.

Hallstatt bewahrt seine Bootsbautradition
Dass die besondere Fachschule gerade in Hallstatt angesiedelt ist, passt zur Geschichte des Ortes. Über Jahrhunderte spielten Wasserfahrzeuge beim Salztransport über den Hallstätter See eine zentrale Rolle. Der Bootsbau war eng mit dem wirtschaftlichen Leben der Region verbunden.
Mit der neuen Fachschule wird dieses Wissen an die nächste Generation weitergegeben. Neben dem Instrumentenbau verfügt die HTBLA Hallstatt damit über eine weitere außergewöhnliche Ausbildungsrichtung.


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